Wallnau.NABU.de Besucherbereich Tiere
Tiere
Wallnau - das Paradies an der Vogelfluglinie
Das NABU-Wasservogelreservat - Rückzugsraum nicht nur für Zugvögel
Nonnengänse
Aufgrund seiner günstigen Lage an den Zugwegen der Land- und Wasservögel und wegen seines reichhaltigen Nahrungsangebotes ist Wallnau ein begehrter Rastplatz für die im Frühjahr und Herbst zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten ziehenden Vögel.
Rotschenkel
Nicht nur die Zugvögel wissen Wallnau zu schätzen: Zahlreiche z. T seltene Vogelarten wie Rothalstaucher und Zwergseeschwalbe lassen sich im Frühjahr im Naturschutzgebiet bei der Brut und Aufzucht ihrer Jungen beobachten. Im Winter ist Wallnau für die im Norden Eurasiens lebenden Vögel ein gern besuchtes Gebiet. In Wallnau können deshalb das ganze Jahr über große Mengen an Vögeln angetroffen werden.
Selbst im noch warmen Herbst schauen noch Limikolen auf ihrem Weg in den warmen Süden vorbei und fressen sich ein Polster für die lange Reise. Streifengänse, Kampfläufer, Grünschenkel oder Bekassinen lassen sich aus den vier Beobachtungsverstecken hervorragend beobachten.
>> zur Liste der in Wallnau nachgewiesenen Vogelarten
Teichfrosch
Übrigens findet nicht nur die Vogelwelt im NABU-Wasservogelreservat Wallnau gute Lebensbedingungen: Auch zahlreiche Amphibien bevölkern die großen und kleinen Wasserflächen des Naturschutzgebietes. Auch rund um die Schauteiche und Garten- oder Grünflächen im Besucherbereich herrscht über die ganze Saison geschäftiges Treiben. Rund um die Station existiert eine der größten Wechselkrötenpopulationen Schleswig-Holsteins.
Schlüpfende Großlibelle
Teichfrösche oder Kreuzkröten kann man im NABU-Wasservogelreservat Wallnau genauso finden wie unzählige Insektenarten.
Im Sommer lassen sich Blattschneider- oder Wildbienen hervorragend beobachten. Federlibellen und Azurjungfern schwirren um die Teiche während Kaisermantel oder Admiral die üppigen Blumenflächen auf dem Lehrpfad besuchen.
Kaisermantel
Auch der Fuchs schätzt die ausgedehnten Wallnauer Wiesenflächen. Hier finden die Tiere hervorragende Lebens- und Nahrungsbedingungen. Bis zu 15 ausgewachsene Füchse teilen sich das 300 Hektar große Naturschutzgebiet. Dass Füchse lernfähige Tiere sind, beweisen sie in Wallnau leider oft.
Rotfuchs
Die Füchse haben sich ihrem Lebensraum angepaßt und schwimmen durchaus kleine Strecken durch Kanäle oder Teiche. So bedrohen sie besonders während der Brutsaison die Vögel auf den Brutinseln. Oft kann man die scheuen Tiere von unserem Aussichtsturm aus beobachten.
Werden Sie Vogelarten-Pate in Wallnau
Ihr Förderbeitrag hilft unserem Engagement
Kanadagans
In Wallnau können Sie über das Jahr bis zu 270 unterschiedliche Arten beobachten. Um diese Artenvielfalt für den Menschen sichtbar zu machen, muss die Kulturlandschaft Wallnau gepflegt werden.
Das kostet Zeit und auch eine Menge Geld. In Zeiten knapper Kassen ist ein Naturschutzgebiet der Größe Wallnaus auf alternative Finanzierung angewiesen.
Übernehmen Sie deswegen eine Arten-Patenschaft für lustige Säbelschnäbler, majästetische Seeadler, bedrohte Kiebitze oder seltene Kampfläufer.
Graureiher
Helfen Sie uns mit Ihrem Beitrag, dieses einzigartige Naturschutzgebiet erfolgreich zu gestalten und so die Artenvielfalt von Brut- und Zugvögeln in Wallnau zu erhalten.
Fördern Sie jeweils für ein Jahr das NABU-Wasservogelreservat Wallnau mit 100 oder 150 Euro.
Dafür setzen wir Ihnen ein kleines Denkmal! Jeder Förderer erhält für sein Engagement eine kleine Gedenktafel mit Namen und Paten-Vogelart.
Überweisen Sie Ihren Beitrag an das
NABU-Wasservogelreservat Wallnau
Sparkasse Holstein
BLZ: 213 522 40
Konto: 91 013 664
Stichwort "Vogelpate" plus Vogelname
Damit wir sicher gehen, dass Sie Förderer für Ihre gewünschte Vogelart werden, schicken Sie eine Mail an malte.Siegert@NABU-Wallnau.de
Für ihre Unterstützung danken wir:
Familie Bauckholt-Heidenreich
100 Euro
Lachmöwe
Carola Picard
100 Euro
Steinwälzer
Georg Rüppel
100 Euro
Blaukehlchen
Helmut Rüppel
100 Euro
Mäusebussard
Schweizer Leuchtturm GmbH
Kat Grubenmann & Keri Maurer
150 Euro
Kiebitz
Fridtjof Busse 100 Euro
Rothalstaucher
Claudia Schultze 100 Euro
Bayreuth
Trauerseeschwalbe
Jochen Will 100 Euro
Bamberg
Seeadler
Klaus Lehmkuhl 100 Euro
Röbel
Rohrdommel
Siegfried Kusterer 100 Euro
Baden
Sandregenpfeifer
Beachtlicher Bruterfolg der Zwergseeschwalben
Stabile Kolonie am Grünen Brink
Zwergseeschwalben
Bereits im zweiten Jahr in Folge gab es im Naturschutzgebiet "Grüner Brink" nahe Puttgarden wieder einen bedeutenden Bruterfolg der bedrohten Seeschwalben. In der offensichtlich starken Kolonie auf dem geschützten Strandhaken brüten- neben Sandregenpfeiffern, Lachmöwen und Säbelschnäblern - unter anderem knapp 30 Zwergseeschwalbenpaare.
Zahlreiche Flussseeschwalben nutzen zudem erfolgreich von Wallnauer Mitarbeitern ausgebrachte Strohballen-Brutinseln, die den Tieren einen besseren Schutz vor Füchsen bieten.
Viele Jahre schien der "Grüne Brink" für Brutvögel kaum noch interessant zu sein. Die Beobachtungen des anerkannten Seeschwalben-Fachmannes Dr. Henning Behmann und von "Brink-Zivi" Johannes Rehhausen lassen den Schluss zu, dass es sich um eine erfolgreiche Kolonie-Neugründung handelt.
Flussseeschwalben
Vornehmlich vom Lenster Strand zugewanderte Seeschwalben, aber auch Vögel aus Belgien und Holland bilden das Fundament für diese starke Brutkolonie- plötzlich eine ganz bedeutende in Schleswig-Holstein. Offensichtlich schützt das intakte System unterschiedlicher Brutvogelarten die sensiblen Langstreckenzieher (bis zu 30 000 Kilometer im Jahr) besser gegen externe Angriffe von Möwen oder Krähen. In Schleswig-Holstein gibt es überhaupt nur etwa 200 Zwergseeschwalben-Brutpaare.
Seit 1978 betreut der NABU-Landesverband Schleswig-Holstein im Auftrag der Landesregierung das 134 Hektar große Naturschutzgebiet an Fehmarns Nordküste. Ein Zivildienstleistender des NABU-Wasservogelreservates Wallnau ist als Naturschutzwart täglich vor Ort. Er überwacht das Gebiet, bittet Kite-Surfer um Rücksicht und informiert interessierte Spaziergänger über den Grünen Brink. Mit ihm können über das NABU-Wasservogelreservat Wallnau (Tel.: 04372 - 1002) auch Führungen (ab 10 Personen) vereinbart werden.
Kröten-Kindergarten in Wallnau
Ein Tag in Wallnaus Krötenaufzuchtstation mit Biologie-Studentin Ilona
Es ist dunkel. Der Wind rauscht über die Ostsee heran und lässt die noch braunen Schilfwiesen flüstern und rascheln. Ilona hockt mit dem Rücken zum Deich, den Tümpel vor sich und lauscht angestrengt. Nachts sind die Kröten aktiv. Die Studentin konzentriert sich auf Geräusche, die Laien wohl eher einer Grille zuordnen würden. Der Ruf der Wechselkröten ist ein andauerndes Trillern, das stetig lauter und höher wird aber nicht sehr weit zu hören ist. Zur Überwachung des Bestands der streng geschützten und in Deutschland nur stellenweise vorkommenden Krötenart werden die Individuen bekannter Populationen während der Paarungszeit gezählt. Gut drei Stunden lang konzentriert sich Ilona in der Dunkelheit um die Rufe der Wechselkröten-Männchen zu lokalisieren.
Am nächsten Morgen - es ist noch sehr früh und viel Schlaf hat Ilona sicher nicht gehabt – ist die Biologie-Studentin der Freien Universität Berlin schon wieder im ehemaligen Schafstall des NABU Wasservogelreservats beschäftigt. Hier befindet sich zurzeit Wallnaus Krötenkindergarten. Allerdings sieht es in dem großen Stall weniger bunt aus als in einem Kinderhort sondern eher wie in einer Fischfabrik. Der ganze Raum ist voll gestopft mit großen Wassertanks und leise brummen Sauerstoff- und Wasserpumpen. Die Luft ist feucht und kühl, gekachelte Wände gibt es im ehemaligen Schafstall nicht.
In 20 weißen 100-Liter Becken wuseln jeweils Hunderte schwarzer Wesen – Kaulquappen in allen Entwicklungsstadien. Dort, wo es nicht mehr im Wasser sondern im trockeneren, mit Lehm ausgestatteten Bereich der schräg gestellten Becken zappelt und krabbelt, wimmelt es von winzigen, Daumennagel großen Kröten. Niedlich sehen sie aus. Gerade haben die kleinen Kröten alle vier Beine ausgebildet und noch tragen sie einen Schwanz. Dies ist der richtige Zeitpunkt: Heute Abend werden die knapp ein Gramm leichten Winzlinge in geeigneten und angestammten Revieren in die Freiheit entlassen, wo ein Teil von ihnen hoffentlich wieder für längere Zeit sesshaft wird. Die Aufzucht der Wechselkröten, die Ilona betreut, ist Teil des Projekts zur Wiederansiedlung gefährdeter Krötenarten, das vom EU-Programm LIFE-BaltCoast entwickelt wurde.
Der für die Biologin bedeutsamste Teil ihrer Arbeiten ist die Untersuchung der Salztoleranz der Wechselkröten-Kaulquappen. Welchen Salzgehalt im Wasser die Tiere höchstens vertragen, bestimmt mögliche zukünftige Lebensräume. Um das zu ermitteln, lässt sie einen Teil der Kröteneier bis zum Schlüpfen der Kaulquappen in Süßwasser entwickeln. Danach werden die jungen Kaulquappen auf mehrere Becken verteilt und das Wasser, in dem sie leben, innerhalb von 10 Tagen auf den für das jeweilige Becken vorher festgelegten Salzgehalt hochgemischt. Um festzustellen, wie tolerant die Kröteneier selbst auf einen erhöhten Salzgehalt durch sich ändernde Umweltbedingungen reagieren, gibt Ilona einen Teil der Eier direkt in Becken deren Wasser unterschiedlich hohe Salzgehalte hat.
Ab jetzt wird die Entwicklung der Eier und der Kaulquappen genauestens dokumentiert. Gleich morgens wird die Wassertemperatur aller Becken bestimmt und natürlich der Salzgehalt des Wassers überwacht. Gleich anschließend setzt die Biologin das frische Wasser für die Untersuchungsreihe der Kaulquappen an. Dazu wird Süßwasser mit Ostseewasser gemischt. Da die Kaulquappen Hormone ins Wasser geben, die ihre Geschwister, die ja Konkurrenten um Lebensraum sind, in ihrer Entwicklung unterdrücken sollen, muss das Wasser täglich aufgefrischt werden - in allen rund 20 Aufzuchtbecken. Die zierliche Biologin stemmt somit zweiwöchentlich gut 3000 Liter Ostseewasser! Nach dem Wasserwechsel bei den Kaulquappen werden die Tiere mit Zierfischfutter versorgt, gezählt und ihr Gesundheitszustand festgestellt.
Nachdem die 23-jährige Studentin selbst Mittag gegessen hat und vielleicht sogar die Gelegenheit zu anderen Gesprächsthemen als die Krötenaufzucht hatte, geht es allerdings gleich mit der Versorgung der Becken weiter, in denen sich die Kröteneier entwickeln. Auch hier werden Temperatur und Salzgehalt gemessen, das Wasser aufgefrischt und der Entwicklungsstand der Eier dokumentiert. Später wird Ilona sich noch knapp zwei Stunden damit beschäftigen, in großen Vormischfässern für beide Untersuchungsreihen die notwendige Wasserqualität für den nächsten Tag vorzubereiten.
Gegen Abend treten dann die rührigen kleinen Wechselkröten - gleich eimerweise - ihre Fahrt zu den neuen Lebensräumen auf Fehmarn und in Ostholsteins Küstengebieten an.
Nach einem ganzen Tag im feucht dunklen Schafstall ist es befreiend jetzt wieder draußen, in den Revieren der Kröten unterwegs zu sein. Auch wenn es gleich wieder dunkel sein wird und der Wind über die Ostsee rauscht.
Mehr Informationen über Wechselkröten und Amphibien gibt es hier.

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