Wallnau.NABU.de Besucherbereich Wallnau erleben
Wallnau erleben
Tour du Monde
Wallnau wichtiges Etappenziel auf dem Weg nach Süden
Fehmarn ist für viele Millionen Zugvögel auf ihrem langen Weg von und zu den Winterquartieren ein wichtiges Etappenziel. Über der Insel kreuzen sich die Routen der Land- und Wasservögel. In Wallnau lassen sich rund die Hälfte aller 500 europäischen Arten beobachten, von denen viele selten oder sogar vom Aussterben bedroht sind. Wallnau ist ein aktiv gestalteter Lebensraum, der für die frei lebenden Vögel im Jahreszyklus präpariert wird.
Das Biotopmanagement gewährleistet Watvögeln schlickige Uferzonen, schützt den dichten Schilfbewuchs für Rohrdommeln oder Schilfrohrsänger, schafft feuchte Wiesen für Kiebitze oder Knäkenten und bietet rund 60 Brutvogelarten optimale Bedingungen.
Rund 10 Hektar des insgesamt knapp 300 Hektar großen Areals sind für Besucher ganzjährig geöffnet. Aus Beobachtungshütten (Hides) nach englischen Vorbild können die Besucher aus nächster Nähe den frei lebenden Tieren bei Brut, Aufzucht oder Nahrungsaufnahme zuschauen. Auf den Teichen und Feuchtwiesen tummeln sich typische Wasservogelarten wie Säbelschnäbler, Austernfischer und Knutt. Diverse Schwäne, Enten- und Gänsearten lassen sich in Wallnau ebenso gut beobachten wie Brachvögel, Rotschenkel oder Kampfläufer.
Ein Rundgang durch das für seine Umweltbildungsarbeit mehrfach ausgezeichnete NABU-Wasservogelreservat startet im "Alten Gutshaus", dem Herzstück des Informationszentrums. Hier befindet sich die umfangreiche Ausstellung zum Thema Vogelzug. Wallnau wurde von 2002 bis 2004 mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Europäischen Union in Kooperation mit dem Land Schleswig-Holstein von Grund auf modernisiert.
Weit entferntes ganz nah
Tipps für die Anschaffung von Ferngläsern und Spektiven
Von Stefan Bosch
Ein Fernglas ist das wichtigste Hilfsmittel zur Vogelbeobachtung. Wer sich für Vögel und ihr Verhalten interessiert, braucht früher oder später eines. Nur mit ihm erkennt man für die Bestimmung relevante Details wie Gefiederfarbe, Überaugenstreif oder Schnabelform. Aber welches Fernglas eignet sich dafür? Bei der Auswahl kommt man um einige technische Details nicht umhin.
Erste Informationen über die Leistung gibt auf jedem Fernglas eine Zahlenkombination wie etwa "10 x 40". Die erste Zahl ist die Bildvergrößerung - im Beispiel 10fach - und beschreibt, um wie viel näher ein Objekt dem Betrachter erscheint. Ein 100 Meter entfernter Weißstorch erscheint beim Blick durchs Glas so groß, als sei er nur zehn Meter entfernt. Zum Beobachten sind 7- bis 10fache Vergrößerungen ideal. Bei höheren Werten lässt sich ein Fernglas nicht ausreichend ruhig halten, das Bild zittert und wackelt. Manche Hersteller bieten heute Kombinationen mit umschaltbarer 10- und 15facher Vergrößerung.
Wallnaus Sportoptik-Partner
Nach dem Multiplikationszeichen steht der Durchmesser der Frontlinse - im Beispiel 40 Millimeter -, von dem zwei wesentliche Qualitäten abhängen: der Lichteintritt ins Glas und das Sehfeld. Je größer die Frontlinse, desto mehr Licht sammelt das Glas. Für Tagbeobachtungen eignen sich 20 bis 32, für ungünstige Lichtverhältnisse 40 bis 80 und mehr Millimeter.
Ergänzend sind nicht sofort ersichtliche Angaben wichtig, die erfragt werden müssen:
* Das Sehfeld beschreibt die Größe des überschaubaren Bereiches auf 1000 Meter Distanz. Je stärker die Vergrößerung, umso kleiner ist das Seh- oder Gesichtsfeld und umso schwieriger ist ein Zielobjekt zu finden. Fliegende Vögel sind mit einem größeren Sehfeld besser auszumachen.
* Die Lichtstärke errechnet sich, indem man die Frontlinsengröße durch die Vergrößerung teilt und das Ergebnis mit sich selbst multipliziert (im Beispiel 40 durch 10 = 4 mal 4 = 16). Je größer die Zahl, umso größer die Lichtstärke und desto heller und detailreicher das Bild. Die Lichtstärke des Fernglases lässt sich von einer bei Dämmerung maximal geweiteten Pupille nur ausnutzen, wenn das Okular eine große Austrittsöffnung hat. Bei kleinerem Okulardurchmesser tritt weniger Licht aus und ein dunkleres Bild ist die Folge.
* Die Dämmerungszahl beschreibt die Leistungsfähigkeit des Glases bei Dämmerung und sollte zwischen 12 und 25 liegen. Je höher die Zahl, umso brillanter und heller erscheint das Bild.
* Besondere Beschichtungen der Linsen ("Vergütung") zur Verringerung von Reflexionen nehmen ebenfalls Einfluss auf Helligkeit und Farbechtheit.
* Die optische Qualität hochwertiger Ferngläser zeichnet sich ferner aus durch hohe Auflösung und hohen Kontrast, Fehlen von störendem Streulicht, einer guten Schärfentiefe, geringem Farbfehler, hoher Randschärfe des Bildes und fehlenden Farbsäumen.
Wallnau-Mitarbeiter mit Leica-Spektiv
Bessere Werte bei Frontlinse, Okular, Lichtstärke, Dämmerungszahl, Vergütung und Abbildungseigenschaften machen sich natürlich beim Preis bemerkbar. Ferngläser kosten zwischen 25 und 2000 Euro, in brauchbarer Qualität mindestens 150 Euro. Für den Einstieg reicht das völlig aus. Wenn einen das Birdwatch-Virus gepackt hat, kann man mehr investieren, denn ein Spitzenklassen-Fernglas ist ein Begleiter über Jahre oder Jahrzehnte. Einen Spaziergang ohne Fernglas kann ich mir nicht mehr vorstellen.
Ein Fernglas wird zum "dritten Auge" des Beobachters, sein Kauf ist deshalb eine individuelle Sache, die eine sorgsame Auswahl erfordert. Am besten geht man zum Fachhändler, der gut berät und mehrere Varianten vorstellen kann. Testen Sie gleich an der Ladentür das Glas und achten Sie auf Gewicht, Handlichkeit, Bedienungsfreundlichkeit, Ergonomie und optische Qualität. Für gelegentliches Beobachten reicht ein Glas mit 7 x 42, 7 x 50 oder 8 x 42, für leidenschaftliche Beobachter ist ein 10 x 40 oder 10 x 50 optimal und in der Dämmerung ein 8 x 56 vorteilhaft. Kompakt- und faltbare Taschenferngläser mit 8 x 25 oder 10 x 25 eignen sich zum Beispiel für Bergtouren.
Kundin im Wallnauer Leica-Shop
Eine wertvolle Ausrüstungsergänzung ist ein Fernrohr beziehungsweise Spektiv. Mit ihm lassen sich ungestört Nester, an der Küste Watvögel oder auf Gewässern Wasservögel aus größerer Distanz beobachten. Schwierig zu bestimmende Arten sind leichter zu identifizieren. Für ambitionierte Vogelbeobachter ist ein Spektiv ein Muss und das "nah-dran-sein" ein einmaliger Naturgenuss.
Fernrohre sind meist einäugig (monokular), nur wenige, teure und schwere Modelle bieten beidäugigen Einblick. Je nach wählbarem Okular vergrößern Spektive 20- bis 60fach. Allerdings machen extreme Vergrößerungen oft wenig Sinn, denn die Bildqualität leidet darunter. Günstig und handhabbar ist eine 25- bis 30fache Vergrößerung. Bereits in diesem Bereich ist das Sehfeld sehr klein und erfordert genaue Zielpeilung. Diese ist mit geraden Spektiven leichter, wenn man die Optik auf Augenhöhe vor sich hat. Für große Menschen und bei niedrigem Stativ eignen sich Spektive mit um 45 Grad abgewinkeltem Schrägeinblick, der kein Bücken erfordert. Fantastische Möglichkeiten eröffnet die Fotografie mit Digitalkameras durchs Spektiv (Digiscopieren). Mit einem solchen Super-Teleobjektiv entstehen Fotografien von erstaunlicher Qualität.
Ohne Stativ geht es aber nicht. Je standfester und damit schwerer das Stativ, umso besser das Bild. Stative gibt es mit Klemmvorrichtung fürs Autofenster oder als Dreifuß, dessen Beine verstellbar sein sollten, um sich der Körpergröße oder Witterung (Wind) anzupassen. In der Regel ist ein Kompromiss zwischen Stabilität und Gewicht nötig: Schwere Holzstative stehen felsenfest, Leichtmetallmodelle sind handlicher.

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